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Hier der Versuch, die Abläufe bildlich darzustellen.
Zu flacher Anstellwinkel !
Die kritischste Variante, weil der Aussenflügel durch die Schränkung keinen oder zu wenig Auftrieb bringt. Erst eine überhöhte
Geschwindigkeit wird im vorderen inneren Bereich den erforderlichen Auftrieb bringen, um das Gewicht (Pilot) gegen die Auflage anzuheben. Dann wird der Flügel schnell steigen und muß vom Pilot korrigiert werden, um das Übersteigen des Schlepptrikes zu vermeiden.
Optimal ? Von der Auftriebsverteilung betrachtet könnte man sagen ja. Aber es gibt Stimmen die sagen, das Kielrohr sollte zuerst abheben. Diese Meinung habe ich inzwischen auch gewonnen weil der Drachen nicht in Richtung Kielrohr wegsteigt, sondern sehr flach abhebt während das Trike immer noch in der Beschleunigungsphase ist und in diesem Moment noch am Boden rollt.
Zu steil ? Der steile Bereich scheint mir inzwischen der sicherste. Der gesamte Flügel beginnt zu tragen, hebt hinter dem Pilot an und entlastet somit das Kielrohr von der Auflage. Der Flügel wird nicht vorzeitig abheben, das Gewicht des Trolley hält den Flieger am Boden. Erst wenn der Pilot sicher ist, den Wagen nicht mehr zu brauchen, lässt er die Last los.

Weitere Überlegungen
In dem Bild links das Anschweben zur Landung. Würden wir in dieser Situation wieder beschleunigen, dann würde das Gerät einfach wieder steigen, also sauber aus dem Trolley abheben. Der Steigwinkel ist aber immer Kleiner als der Winkel vom Kielrohr. Das Ende vom Kielrohr muß also die Auflage vom Trolley übersteigen, was schon wieder flaue Gefühle in den Magen setzt, denn die Kraft die hinten lupft, drückt vorne runter!
Aber die weitere Betrachtung entschärft diesen Gedanken, denn der Trolley bleibt ja nicht abrupt stehen, sondern rollt noch
weiter, während der Gleiter kontinuierlich steigt. Das lässt den Kielrohrwinkel zum Steigwinkel abflachen.
Im Bild rechts habe ich das versucht zu verdeutlichen. Die Auflage des Trolley ist höher als der Weg den das Kielrohr bei gleichmässigem Abheben steigt. Das Weiterrollen des Trolley lässt den Winkel zur Auflage abflachen und das Kielrohr wird die Auflage relativ ungehindert übersteigen.

Die nachfolgenden Aufnahmen bestätigen das.
 

Aufnahmen vom 18. Sept. 04 Am Start Achim R.
Hier eine Serie von 18 Bildern die deutlich zeigen, wie das Kielrohr über die Auflage rutscht, dann erst die vergrösserung des Anstellwinkels zulässt. Derselbige könnte also durchaus steiler sein.

<< Zum Laden der Bilder die Maus senkrecht über das eingerahmte Feld ziehen.

Auch bei Robby W. (Zephyr) wird das Kielrohr durch die Auflage geschleift, aber sauber weggestiegen.
Für den Pilot einfach problemlos. Keine Rennerei und etwaige Bodenberührung oder Abbruch. Kein Umgreifen. Von Anfang an in der richtigen Position. Stressfreier, sicherer Start.

Hier ein Start im flacheren Bereich. (Andy's Cross Country) Links erkennbar das Kielrohr in der Auflage, während sich die linke Hand schon vom Trolley gelöst hat. Kurz danach, im mittleren Bild, Kielrohr frei, und sauberer Steigflug. Auch hier ein sicherer Start.
Soweit zu den Flexwings.
Und die Starren?
 
Die Starren sind fast problemloser, sind schon Flügel im klassischen Stil, haben wieder eine ganz andere Fluglage. Da liegt das Kielrohr genauer in Flugrichtung. (Beispiel Atos) Mit 12° liegt der recht flach auf dem Trolley und hebt doch zuerst mit dem Kielrohr ab! (Klappen ca. 10-15°)

< Eine Bildfolge vom Start Peter K. auf Atos.
Leicht erkennbar, dass der Vogel schon sehr bald in eine Fluglage ausrichtet, bei der das Kielrohr relativ eben über der Auflage schwebt und ein sauberer Start abläuft.
< (Maus über das eingerahmte Feld ziehen.)
Nachteil der Starrflügler ist die fehlende Unterverspannung. Der Pilot kann den Flügel auf dem Trolley nicht waagerecht korrigieren. Obwohl sich der Flügel bei Anströmung der Luft in die richtige Querlage steuert, wird dieser "Nachteil" durch einen Helfer ausgeglichen, der am Start den Flügel in der Waage hält, um Probleme mit Seitenwind zu vermeiden.

Positive Nebenerscheinung:
Seltsamerweise hat jede Kategorie auf dem Wagen in etwa den passenden Anstellwinkel ohne dass die Kielrohrauflage verstellt werden muß. Zufall oder nicht, ein positiver Effekt für die Sicherheit, man muss nicht auch noch an Wagen-Einstellungen denken.

Zusammenfassende Erkenntnis:
Ob flach, optimal oder steil, alle Varianten können wir als sicher einstufen, auch die flache, weil die höhere Abhebegeschwindigkeit den Vorteil bringt, schneller vom Wagen wegzukommen. Sollte die Sollbruchstelle reißen, muß man nicht direkt vor dem Wagen landen. (der noch rollt!) Diese Überlegung kann man sich bei der steilen Version zu Nutze machen in dem man den Wagen nicht gleich los lässt, sondern noch etwas Beschleunigung mitnimmt um bei Sollbruch auf dem Wagen zu bleiben oder wenn schon losgelassen weiter weg zu kommen und nicht mit minimalgeschwindigkeit gleich vor dem Wagen aufzusetzen. (Autsch)

Nicht zu vergessen:
Das Schleppseil zieht den Piloten! Dieser sollte sich im Klaren sein, daß er den Trolley über die Hände mitnimmt / beschleunigt. Also nicht einfach ziehen lassen (durch's Trapez), sondern den Troley bewusst mitbeschleunigen, eher nach vorn schieben um das Gewicht (Aufhängung) hinter der Basisauflage zu garantieren.

Einschränkung, Gefahrenmoment!
Es gibt eine gefährliche Situation die wir bisher nicht kannten und mit der Herbert schmerzhafte und teure Erfahrung machen mußte. (siehe 4.9.04) Der Merlin mit seiner Kielflosse ist nicht geeignet für Trolley's. Erst Flosse weg, dann ok.
Keine Überstände am Kielrohr !
Der Weg zum Crash:
Im Moment des Abhebens will der Flügel rückwärts um den Aufhängepunkt rotieren, (Merlin 30°!) seinen richtigen Anstellwinkel einnehmen. Also Spitze heben, Kielror senken. Geht nicht. Das Kielrohr rutscht die Auflage entlang bis das überstehende Flossen-Röhrchen anstößt. Der Trolley, mittlerweile in der Verzögerung, stößt mit der Auflage an das Röhrchen. Wer gibt nach? Keiner! Der Flügel liegt satt in der Strömung und drückt nach unten. Der Wagen, inzwischen verlangsamt und weiter bremsend kann nicht nach unten weg, der Kollisionspunkt weit oberhalb des Schwerpunktes kann nur in einer Drehbewegung nach oben steigen, und wird dadurch das Kielrohr mit Gewalt anheben. Diese Bewegung steuert den Piloten unausweichlich in den Crash mit allen Konsequenzen!
Der Atos hat durch die Befestigung des Leitwerkes auch einen Überstand nach unten. Aber weil der Atos zuerst aus der Auflage abhebt besteht das Problem dort nicht, es sind zumindest bei diesem Typ noch keine Störfälle bekannt. Wenn der Trolly auf unebenem Feld hüpft, könnte er einhaken? Können wir das ausschliessen?
Robert hat aus Respekt die Befestigung so verändert, daß er nach montieren des Heckflügels dieses überstehende (Montage-) Teil entfernt.
Mit diesen Gedankenspielereien allen Piloten weiterhin gute Starts.    Euer "Drachenschlepper"
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