Das Trike
Ein Luftsportgerät aus der Klasse der gewichtskraftgesteuerten Ultraleichtflugzeuge.

Entstanden sind diese Geräte ursprünglich aus der Idee der Drachenflieger, sich mittels eines eigenen Antriebes vom Boden zu lösen. So wurden beispielsweise Akkupacks und Elektromotoren mit Propeller an den Drachen gehängt um wenigstens einmal in die Luft zu steigen, um dann mit der Thermik weiter zu fliegen. Oder auch ohne Thermik fliegen zu können. Das erforderte natürlich längere Laufzeiten, stärkere Motoren, ein paar Räder weil sich das nicht mehr auf den Schultern starten liess, und so war die Entwicklung voll in Gang gekommen.

Heute haben wir ein stabiles Gestell auf drei Rädern, Federung, Stossdämpfer, einen Kraftprotz von Motor (mit dem eben auch Drachen geschleppt werden können) und oben drauf einen für das Gewicht entsprechend ausgelegten (verstärkten) Drachen.

Diese Kombination von Fahrwerk, Antrieb und Flügel bildet ein einfach zu fliegendes Luftsportgerät. Die Delta-Form des Flügels mit der hohen Schränkung ergibt eine sehr hohe Flugsicherheit, die fast nur durch grobe Fährlässigkeit zum Absturz gebracht werden kann.
Der Kraftprotz in dem Schlepp-Trike ist ein "Rotax 582" mit 65 PS Leistung aus zwei Zylindern mit 580 ccm, Doppelzündung, über Getriebe 4:1 auf einen 3-Blatt-Prop mit 1,7m Durchmesser. Elektrostarter am Getriebe, Seilzugstarter gegenüber. Beim einsitzigen Steigflug liegst du fast auf dem Prop. Mit Drachen am Schleppseil haben wir immer noch phantastische Steigwerte. Und damals zur Schulungszeit? Das Motörchen hat sich abgerackert und deine Hand verkrampfte sich am Gashebel.
Gemessener Wert beim Schlepp eines "ATOS":
In 6' 40'' auf 956m (GND) ergibt einen duchschnittlichen Steigwert von 2,8 m/s.

Der Motor und die Kühlung, da hatten wir mal Probleme. Jetzt nicht mehr.
Der Motor hat ein hervorragendes Gewichts/Leistungsverhältnis, aber eine bedauerlich kurze Lebensdauer. Nicht vergleichbar mit einem Kfz-Motor, schon eher Formel 1. Seit Anfang 2004 haben wir einen neuen 582 drauf, der hat nun ein Zweikreis-Kühlsystem das den Motor schneller auf Temperatur bringt und im Leerlauf nicht so weit runterkühlt. Dazu hat unser Kadett-Kühler die optimale Dimension weil bei Minimaltemperatur einfach der Kühlerkreislauf gedrosselt wird und der 2., ungekühlte Kreislauf geöffnet wird. Andersrum haben wir bei hohen Aussentemperaturen und Vollast im Schlepp ein ausreichendes Kühlervolumen, um den Motor nicht zu überhitzen.
Hier kann ich nicht verstehen, dass alle Geräte dieser Art immer noch mit dem ursprünglichen, zu klein dimensionierten Kühler über der zulässigen Temperatur betrieben werden. Wenn sich manche an unserem Kühler stören, egal, wir fliegen ein sicheres System. Motorüberhitzung kennen wir nicht mehr.
Die Doppelzündung. Eine feine Sache, wenn ein Zündkreis mal ausfällt...
...hatten wir schon. - Bei der leichten Bauweise nagen die Vibrationen sehr viel stärker an allen Teilen. So hat ein lockerer Kerzenstecker durch Vibrationsabrieb am Kontakt eine feine Metallpulverspur entlang dem Isolator gebildet. Diese Spur hat dann für den Überschlag ausgereicht, so dass die Hochspannung ausserhalb der Kerze abgeleitet wurde. Ohne den zweiten Zündkreis wäre das ein Motorausfall geworden.

Die notwendigsten Instrumente:
Die wichtigsten Instrumente bei dieser Art Fliegerei sind Zündschloß und Anlasserknopf. Instrumentenabhängigkeit gibt es hier nicht. Schwer vorstellbar, daß vor ein paar Jahren eine Verkehrsmaschine wegen eines defekten Geschwindigkeitsmessers abgestürzt sein soll. Die Geschwindigkeit spürst du am Bügeldruck und fliegst du zu langsam, dann nimmt der Vogel die Nase runter und holt Fahrt auf. Abschmieren über die Fläche geht nicht. Ein Überschlag liese sich zwar provozieren, aber dann könnte ich genau so gut mit dem Auto an eine Wand fahren.
FÜNF Instrumente sind aber doch nützlich bzw. gelegentlich erforderlich:
Höhenmesser: Im Schleppbetrieb wichtig für die Kostenabrechnung. Wir berechnen 100-ft-Schritte.
Bei Überlandflug wichtig zur Einhaltung der Luftraumbegrenzungen.
Motortemperatur:
(Zylinderkopf)
Hat mich bei einem Chartergerät vor längerer Zeit davor bewahrt den Motor zu vernichten. Längerer Flug, Leerlauf zum Sinkflug vor Landung, wegen Wasserverlust Temp. gestiegen, musste immer wieder die Drehzahl steigern damit die Wasserpumpe die Umwälzung schafft. Konnte mit etwas Stress den Flugplatz schadlos erreichen.
Betriebsstundenzähler: Brauchen wir für die Abrechnung der Zeitflüge und zur Kontrolle der Wartungsintervalle.
Drehzahlmesser: Sinnvoll für die Leerlaufeinstellung und Kontrolle der Vollgasdrehzahl (Leistung), sowie Kontrolle des Drehzahlabfalles beim Test der einzelnen Zündkreise.
Batteriespannung: Diese simple LED - Spannungsanzeige aus dem Electronicshop zeigt nicht nur den Zustand des Bord-Akku's, sondern auch die Funktion des Ladereglers bei Motorlauf. Da steigt dann die Spannung bis zur gelben LED bei 14,5 V. Hat sich nach dem Einbau des neuen Motors bewährt, weil ein Kabel der Lichtmaschine nicht korrekt gesteckt war. Bevor der Akku leer war haben wir den Fehler behoben. So einfach und billig aber so effektiv.

Das Fahrwerk
Stabilität für 450 kg max. Masse
Das Schulungstrike von 88/89 (einsitzig) hatte noch Gummiseile als Federung, war allerdings auch nicht so schwer. Nicht mal ein Sitz, nur eine Hängematte. Kleines luftgekühltes 3-Zylinder Sternmotörchen wie es heute eher Modellflieger benützen. Wenn die Korkdichtung der Benzinpumpe nicht gerade im Begriff war sich aufzulösen, dann hatte man kein Problem, am Ende der Piste das Maisfeld zu überfliegen. Zur Landung möglichst weich aufgesetzt, sonst war schnell etwas verbogen oder gerissen. Dieser "Ranger" steht seit Jahren schon im Deutschen Museum. Heute sind die Geräte sehr gut ausgereift. (speziell dieses 'COSMOS')
Von der Konzeption her gut durchdacht beispielsweise die Hinterbeine als stabil dimensionierte Rohrkonstruktion mit integrierten Gasdruckstossdämpfern zwischen Rad und Motor. Auf diese Weise wird bei harter Landung oder unebenem Boden das Gewicht des Motors ohne Umwege von den Gasdruckstossdämpfern abgefangen.
Auch das Vorderrad ist sehr gut gefedert, bei unseren Platz-
verhältnissen oft sehr beansprucht, natürlich gebremst. Und ein Kotflügel verhindert bei nassem Boden dass dir der ganze Dreck ins Gesicht flieget.
Geeignet für jeden Acker.

Der Flügel
Alurohre, Stahlseile, Mylar-/ Dacron-Segel und ein paar Kunststoffteile.
Der Flügel vom Typ "Ghost" hat eine Fläche von 14,9 qm bei einer Spannweite von 9,8 m. Der am stärksten tragende Bereich liegt weit innen was eine kurze Rollzeit ergibt. Erfordert bei Turbulenzen allerdings um so mehr Korrekturen um die Längsachse. Insgesamt sehr wendig und angenehm zu fliegen.
Sehr wendiger Flügel mit hohem Geschwindigkeitsbereich von 55-130 km/h. Sowohl zum Schleppen von Hängegleitern bestens geeignet, als auch für Spassflüge mit etwas mehr Geschwindigkeit über Land .

Im Aufbau ein simples Gerät. Und was brauche ich um damit fliegen zu dürfen ? Natürlich jede Menge Papierkram ! Was sonst ?
Erforderliche Papiere für den Piloten:
Luftfahrerschein
Beiblatt "F"
Ausgestellt vom DULV (Deutscher Ultraleichtfflugverband e.V). nach entsprechender Schulung. Verlängerung der Lizenz alle 5 Jahre durch den Verband bei Nachweis von bestimmten Mindestzahlen an Starts, Strecken bzw. Stunden.

Für Passagierflüge den Eintrag der Berechtigung nach erlangen der Voraussetzungen.
Für Drachenschlepps den Eintrag der Berechtigung nach erlangen der Voraussetzungen.

Tauglichkeits-
zeugnis Klasse II
(Wird nur durch zugelassenen Fliegerarzt nach gründlichster Untersuchung ausgestellt) Ab 50 Lenze jährlich neu!
BZF II (Sprechfunk in deutsch) für die Komminikation mit dem Flugplatz.
Erforderliche Papiere für das Trike:
Gerätekennblatt. Die Beschreibung des Gerätes, Gewichte, Abmessungen, Betriebsgrenzen usw.
Eintragungs-
schein:
Bescheinigung, daß das Luftsportgerät in das Luftsportgeräteverzeichnis der Bundesrepublik Deutschland in Übereinstimmung mit dem Luftverkehrsgesetz und den zu seiner Durchführung erlassenen Rechtsverordnungen eingetragen ist.
Lufttüchtigkeits-
zeugnis:
Die Bescheinigung der Lufttüchtigkeit des Luftsportgeräts, wenn es in Übereinstimmung mit den Vorschriften und unter Einhaltung seiner Betriebsgrenzen instandgehalten und betrieben wird.
Prüfschein / Protokoll: Ergebnis der jährlichen Geräte-Untersuchung durch Prüfer Klasse V, das die Einhaltung der Lufttüchtigkeit bescheinigt.
Lärmzeugnis: Bestätigung über die Einhaltung der geforderten Lärmgrenzwerte für Ultraleichtflugzeuge.
Versicherungs-
nachweis:
Nachweiskarte über die Existenz einer Haftplichtversicherung
Luftfunkstelle: Genehmigung zum Betrieb einer Luftfunkstelle durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. (RegTP)
2005: Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. (RegTP) wurde aufgrund des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) in Bundesnetzagentur umbenannt.
Speziell für den Betrieb in Seißen:
Erlaubnis des RP Tübingen für den Betrieb auf dem Sonderlandeplatz Seißen.
Vereinbarung zwischen dem Platzhalter in Seißen und der Drachenfliegerabteilung des TSV-Seißen
Das reicht doch, oder ????????????