So. 26. August 2007 Das große Urlaubsloch: Der Schlepper muß die Drachenflieger animieren! (Didi)
26.08.2007 09:01:13
Alfred: Wer hat Zeit und Lust zu fliegen? Wer sich einträgt, wird geschleppt
Herbert:
Der Aufforderung sind Robert und ich mit Aufbau am Startplatz Ost bis 12:30 gerne gefolgt. Robert startet um 12:50, ich gleich hinterher, lasse mich nach Sonderbuch versetzen und werde mit 2,5 Metern/Sekunde heruntergespült. Neustart vor dem Gastpiloten. Zweiter Fußstart am eigenen Schleppseil, dass seit Jahren nicht mehr benötigt wurde. In 1400 Metern geklinkt und gleich über dem Startplatz auf 2000 aufgedreht, den Wolken folgend den nächsten Bart über Asch, Bollingen, einen Bogen nach SW über die Donau bei Böfingen, die Donau entlang Wolke für Wolke bis Leipheim nie unter 1700 Metern. Dafür für die nächsten 10 Kilometer 1000 Meter Höhe verbraten. Suche schon in 200 Metern über Grund östlich von Günzburg, nach einem Landeplatz, wo mich auch meine Frau findet. Brauche die nächsten 21 Minuten um 156 Meter Höhe zu gewinnen. Um dann bei Großanhausen in 18 Minuten 1060 Meter draufzusatteln. Über Burgau weiter, den nächsten Aufwind bei Rosshaupen. Jetzt erscheint der Stützpunkt Ost machbar. Noch einmal aufdrehen im Blauen hinter Hegnenbach mit Windversatz über Emersacker. Zusammen mit einer "Horde" von 5 Mäusebussarden, die angstlos mitkreisten. Abgleiten die fehlenden 12 Kilometer. Die letzten Kreise über Wertingen. Sehe Robert, mit dem ich nicht gerechnet hatte, schon beim abbauen. Lande wegen des ruppigen Windes nicht hinterm Haus, sonder auf der freien Fläche am Ortsrand. Nach 3 Stunden unter trickigen Bedingungen endlich mal direkt daheim gelandet. Ziemlich fertig aber happy. Kaffee auf der Terrasse. Grill angeworfen, Roberts Drachen aufgeladen. Genüsslich gegessen. Mit der Familie nach Seissen gefahren. Robert zu seinem Auto gebracht. Landebier bei Vollmond auf einen gelungenen Flugtag. Alfred hat Schleppseil und Windsack aufgeräumt. Mit meinen beiden Autos wieder nach Wertingen. Um 0:30 Den Flug noch in den XC gestellt. 84 Kilometer, mein eigener Rekord. Nochmals Dank an Alfred, der mit seiner Bereitschaft uns zu schleppen, die Flüge erst möglich machte.

Robert:
Heute waren westliche Winde angesagt. Drum war zusammen mit Herbert schnell der Entschluss gefasst, mal wieder zum „Stützpunkt Ost“, also nach Hause zu Herbert zu fliegen. Nachdem die Funkerei heuer einfach nicht klappen will, habe ich das Funkgerät diesmal erst gar nicht dabei. Das Ziel steht fest, also braucht man auch nicht lange in der Luft labern. Der erste Abschnitt geht gut von der Hand: rasches Aufdrehen und Vorankommen alles funktioniert easy. Ich halte immer auf NO-Kurs, da ich von dem Westwind nicht ins Donautal gedrückt werden möchte. Das klappt auch anfangs ganz gut, aber dann ist nordöstlich der B10 alles blau. Die Wolkenstraße Richtung Heidenheim/Giengen steht zwar da, aber zu weit in der Ferne um hinzugleiten. Also doch mit dem Wind mit leicht südlichen Tendenz weiter.
Die logische Folge: jetzt geht’s doch zur Donau, wo ich schon zu oft abgehockt bin. Mir schwant Böses. Prompt geht´s wieder runter und ich muss richtig arbeiten um immer wieder Anschluss zu bekommen. Das habe ich mir heute irgendwie leichter vorgestellt. Südlich von der Runway Leipheim komme ich mal wieder schön hoch. Ein paar Segelflieger haben´s wohl gesehen und stauben bei mir ab. Weiter geht´s über das Legoland bei Günzburg. Das erste Mal, dass ich hier direkt drüber fliege. Dann geht’s leider schon wieder bergab. Zum Ziel Herbert drifte ich immer weiter nach Süden ab und die hügelige Landschaft unter mir lädt nicht gerade zum Außenlanden ein. Also wieder beissen. Eine Schafferei ist das heute, puuh. So in etwa nördlich von Zusmarshausen geht’s dann man mal wieder anständig hoch. Das Compeo zeigt noch 15 km und Endanflug OK. Unterwegs trägt es dann wieder echt super, so dass ich viel zu hoch bei Herbert ankomme. Also noch ein wenig rumdödeln um dann auf dem mittlerweile gut bekannten Landeplatz „Stützpunkt Ost“ einzuschweben. Eine gute halbe Stunde später ruft dann einer aus der Luft. Ich schau´ nach oben und tatsächlich, es ist Herbert. Auch er hat kräftig beissen müssen und war auch oft tief. Umso größer die Freude es zusammen geschafft zu haben. Und das auch noch ohne Funk !!! Den Abend ließen wir dann beim Grillen ausklingen. Danke an Eva für die tolle Bewirtung und für das Zurückbringen nach Seissen.