22. Juli 2006 Mangels Schlepper Start in Erbach.
Pech gehabt. Herbert und Robert fliegen miteinander auf Strecke. Robert dreht auf, Herbert säuft ab. So nah liegen die Entscheidenden Momente. Du bist sicher dass es hier hoch geht. Du siehst den Kameraden steigen, aber du findest den Einstieg nicht und kommst immer tiefer und plötzlich ist die Wiese an deinen Sohlen.
Tschelzi:
Wir finden keinen Schlepppiloten und müssen nach Erbach ausweichen, wo uns Rolf in die kühlere Luft zerrt. In 950m geklinkt geht’s erst mal zäh nach oben, auch das Vario von Babs, die leider arbeiten muß, ist gewöhnungsbedürftig. In 1700m ist der Bart weg und ich weiß nicht recht wohin. Die beste Wolke ist weit Richtung Norden.
Versenke mich fast oberhalb Blaustein, Gurtzeug schon offen, geht’s dann doch von unten raus mit 2m. Mir wird fast schwindelig vom engen kreisen und der Hitze. In 2000m angekommen wird’s angenehmer. Bei Amstetten fliegt Robert mit Herbert im Schlepptau unter mir durch und suchen den Einstieg. Ab hier wird’s ein Wettlauf mit der von Westen nahenden Front. Wenn diese abschattet geht’s nur noch zäh nach oben, was Robert zu spüren bekommt. Da ich etwas früher dran bin, sind meine Steigwerte besser und die Basis ist bei 2600m. Mache einen großen Sprung nach Gundremmingen wo's gerade einen Segelflieger wegbiemt. Gut festhalten und mit 7-8m/s im warmen Dampf nach oben. Wertingen ist ein Spaziergang. Dort in 1000m empfängt mich ein ganz ruhiger 3m Bart den ich bis auf 2700m auskurbel. Meine Höhe vernichte ich mit einem Gleitflug bis Meitingen am Lech und zurück nach Wertingen, wo mich Herbert abholt. Wir sind noch zum Grillen bei Bekannten eingeladen und Herbert bringt mich in der Nacht noch zurück nach Erbach – Vielen Dank Herbert.
Nachfolgende Bilder und Text von Herbert

Warten auf den Startwagen
< Tschelzis Campingausrüstung als Ballast.
Am Sonntag waren heftige Gewitter vorhergesagt. So sind drei hitzeresistente Drachenflieger nach Ehrbach gefahren um von Rolf Schauber in die Luft gezogen zu werden. Lange hat die Suche nach dem Schlüssel für den Startwagen gedauert. Erfolglos. Tschelzi und Robert sind mit Seitenwind nach Norden gestartet. Bei mir Rückenwind aus Süd. Kurzerhand gedreht, mit leichtem Gegenwind den Gleiter sauber in die Luft geschoben. Steigen mit 0,5 bis 1m/s die Albfläche hinauf bis uns mit 8,6 m/s maximalem Steigen der Lift nach oben schoss. Im Steigen geklinkt. Zentriert, wenige Minuten später kam Robert zu mir in den Bart. Er voraus ich hinterher. Im Steigen nicht schlechter, im Gleiten leicht verloren. Immer etwas tiefer in den Bart eingestiegen, aufgeschlossen nachgesprintet.....
Ich bin noch nie mit solcher Konsequenz losgezogen. So lange geradeaus im Sinken geflogen. Es ging gut bis Schalkstetten. Da fehlten mir nach 15 Kilometern gleiten etwa 100 Meter Höhe, um Robert in den Bart zu folgen. Schon zuvor den Modellflugplatz mit Windsack als Landeplatz auserkoren. Ringsum nur hohes Getreide. Landeplatz mit Bäumen umgeben, tief angeflogen und sicher gelandet. Sehe Robert weitersteigen. Die schwarzen Wolken dahinter. Den Gleiter in den Schatten eines Baumes getragen. Viele Fragen, aber super Infrastruktur: Weizenbier, Limonade, Kaffee, Kuchen. Telefoniere mit Babs, sie holt mich ab. Robert meldet sich später vom Rasthof bei Gingen. Wir beratschlagen noch, wie wir den Rücktransport organisieren. Robert lässt sich von seiner Frau abholen. Babs kommt mit dem Wohnmobil, bringt mich nach Erbach und fährt von dort mit Tschelzis Passat nach Hause.
Ich düse ohne Drachen nach Wertingen wo Tschelzi inzwischen, wie vor dem Start vereinbart, gelandet ist. Zwischenstop beim Grillen, wo ich eigentlich mit der Familie den Samstagnachmittag verbringen sollte. Um 24:00 wieder in Ehrbach. Drachen umladen und nach einem Landebier fahre ich wieder bis 1:30 heim.

Ein super Tag, viel gelernt, Funk vermisst........ sonst nichts.
Die Schleppmaschine
Der Landeplatz
So kann`s weitergehen
< Der Wind bläst schon die Stühle um