Fr. 3. Juno 2005
Wegen (noch) guter Wetterlage (blauthermisch) und schlechter Aussicht fürs Wochenende (Kaltfront) haben wir spontan Flugbetrieb angesetzt. (Ab Feierabend der "ELITE 2005" um 12:00 UTC)
Aber zuerst hat sich noch eine kleine Reparatur "aufgedrängt".
Bereits am Sonntag ist die Spannung nicht über 12,5 V gestiegen, 14 V wäre Minimum bei schwachem Akku. Bei vollem Akku geht's in die gelben LED's. Also fehlt es logischerweise am Ladestrom. Beim Überprüfen der Kabel war der "Wurm" gleich gefunden: Die Verpressung Kabel-Stecker war marode, die zwei restlichen Drähte der Litze waren dem Strom nicht mehr gewachsen. Statt den Akku zu laden hat sich der Draht als Heizung aufgespielt und den Strom gefressen. In absehbarer Zeit wäre der Akku nach jedem Anlassen weiter abgesackt und nur noch Seilzugstarter möglich gewesen.
Die LED-Spannungsanzeige hat sich zum wiederholten Male bewährt. Sie kost' fast nix, ist simpel einfach, aber liefert wertvolle Informationen über den Zustand von Akku, Ladestrom und Reglerfunktion. Möchte ich nicht mehr missen !
Dank Achim's üppigem Ersatzteilkoffer hatten wir den Defekt pünktlich zur Luftraumfreigabe 12:00 (UTC) behoben
Start auf frisch gemähter Wiese, herrlich Sonnenschein, aber ungünstiger Südwind (egal, Startwagen) und nach etwas turbulenten Schlepps sind alle drei auf Anhieb oben geblieben.
Achim zu seinem Flug:
Beim wieder einmal sehr hohen Schlepp zeigte sich schon, dass es heute grössere Gebiete mit sinkender Luft gibt. Deshalb bin ich sehr vorsichtig geflogen und hab mich mit dem Wind versetzen lassen. Während des ganzen Fluges konnte ich die Thermik nicht gescheit zentrieren und bin nie richtig nahe an die Basis gekommen (max 1300m üGND). Um den Rückholer zu schonen hab ich versucht wieder zurück zu kommen was dann in Nellingen scheiterte.
Mail Babs:
Wie immer hat Dieter den Einstiegsbart gefunden und ich habe dort geklinkt und auf Tschelzi gewartet, bis wir etwa auch gleicher Höhe waren. Dann gings nordwärts; bei der Raststätte Aichen hatte Tschelzi den Bart besser erwischt und bis ich auch oben war, war nichts mehr von ihm zu sehen. Nun ging's alleine weiter, da im Süden sich die Wolken auflösten flog ich weiter Richtung Norden. Einmal dachte ich bei Harry zu landen, doch mit der Thermik ging's dann bis nach Böhmenkirch weiter, wo noch 3 schöne Wolken standen, die sich aber bei Erreichen auflösten. Auch über Industriegebiet und Steinbruch ging nicht's und so suchte ich mir eine frisch gemähte Wiese mit Windfähnchen und einem schattigen Abbauplatz, wo mich Tschelzi dann später abholte.
Und Tschelzi:
Babs habe ich am Rasthof Aichen verloren und flog über Deggingen und Flugplatz Nortel Richtung heimatlichen Misthaufen. Dort wäre ich beinahe abgesessen, aber unser "Haus"-Bart hatte ein einsehen und beförderte mich aus niedrigster Höhe wieder an die Basis. Ein paar schöne Wolken lockten mich zum Rückflug, aber es war einfach schon zu spät und so mußte ich in Merklingen landen. Gerade aus dem Gurtzeug geschlüpft, kurz mit Babs telefoniert, kam auch schon Achim und Doris vorbeigefahren und nahmen mich nach Seissen mit zurück.
Leider keine OLC-Wertung, da das GPS zu lange aussetzte.
Achim R. 3200
Babs 2000
Tschelzi 2100

Zur gleichen Zeit war Robert in Austria und hatte in den Alpen logischerweise bessere Bedingungen. Er flog mal kurz in 4:20' Std. 204 Km an der Bergkante lang in Höhen bis 3300 m. Auch nicht schlecht, was?
Immer schön den Südhang entlang, da brennt die Sonne rein, da muss die Luft aufsteigen. Garantie für eine gute Rennstrecke. Das ist auf der Alb und im Flachland ungleich schwerer.
Und so schreibt Robert:
der Fliegerurlaub in Kärnten verlief recht ordentlich.
Etliche OLC Punkte konnte ich für den TSV Seissen verbuchen.
Ganz so leicht "einfach an der Kante entlang" war es jedoch nicht (und leider auch keine 204 km).
Die zum Teil kräftigen Talwinde und starke Thermik (d.h. aber auch starkes Saufen !) ist man halt als Flachländer nicht gewohnt.
So mußte ich auch mal einen Tag aussetzen, da Konditions- und Fitnessprobleme zu beklagen waren (und das trotz Starrem, was mußten da erst die Flexiflieger einstecken).

2 von 5 Aufgaben konnte ich schließen, bei den anderen waren Außenlandungen außnahmslos wegen der labilen Wetterlage notwendig. Einmal spülte mich ein Hagelschauer kurz vor Sand i.T. vom Himmel und ich konnte mich noch nach Sillian retten. Das andere Mal stand eine Cb im Weg rum, so dass ich entschied besser zu landen. Und der Außenlandung beim Segelflugplatz Nötsch ging eine Hetzjagd vor einer Front voraus. Kaum eine Stunde gelandet und abgebaut, löste sich das Wolkenmonster in Wohlgefallen auf.
Hier in Kärnten wird man wohl als Flachländer öfters mal vom Wetter vera.....
Dafür war die "Betreuung" auf dem Segelflug Nötsch wirklich vorbildlich. Die Dame von der Flugleitung machte mir gleich einen Kaffee und alle Leute waren wirklich nett. Sogar beim Drachen aufladen wurde geholfen, nachdem Birgit als liebe Rückholerin eingetroffen ist.

Gruß von Robert, der sich wieder auf´s Flachland freut !!