So. 3. April 2005 Die Wettervorhersage war positiv: "Thermik mäßig bis gut". So war's dann auch.
Von Westen her bildete sich am Mittag ein Wolkenband das langsam näher kam, die Bedingungen wurden immer besser. Bei den letzten Schlepps hatten wir grossräumig sauberes Steigen.
Auch im Trike mit abgestelltem Motor ging der Höhenmesser rauf.

Gemütlicher Aufbau am Startplatz. Am Boden war es auch recht gemütlich - aber in der Luft - brrr...
Robert zieht mit seinem Atos über die Mehrzweckhalle.
Die Saison hat schon mal gut angefangen, Robert ist gleich richtig losgedüst und hat mit 123,56 km 216 Punkte beim OLC gemacht. Achim hat sich auch für ein paar km entschieden, von Tschelzi mangels Saft im Logger leider kein IGC-File und Babs konnte nicht glauben dass die Bedingungen so viel hergeben. Sie blieb in der Umgebung. Die Anderen sind auch stundenlang in der Umgebung rumgeeiert. Nachdem alle oben geblieben sind habe ich mich fertig gemacht das Trike aufzuräumen, da kam kurz vorher ein Kandidat mit leichten Unterkühlungen sehnsüchtig und schlotternd zur Landung.
Und hier die Mails:
Tschelzi:
Samstag galt zuerst die Arbeit und dann hatte Tschelzi noch das Vergnügen.
Letzter Start um 16:45 Uhr, Dieter schleppt mich direkt in den 2m Bart
und ich drehe bis auf 1800mNN auf.

Sonntag ein unvorhergesehener Hammer- und Kältetag mit mehreren Fehlentscheidungen.
Zu dünne Handschuhe und einen Pulli zu wenig, GPS-Batterien zu alt --> kein igc-File.
Trotzdem 3,5h Flugzeit, Basis 2700mNN, Flugstrecke ähnlich wie Robert.

Babs:
Samstag schon zu viel gearbeitet, bin unentschlossen und verschiebe dann das Fliegen auf Sonntag.
Sonntag:
Voll motiviert schleppt mich Dieter in einen Bart, der mich auf 1700mNN bringt.
Finde den Anschlußbart nicht und sitze nach 35min wieder am Boden. Zweiter Schlepp wieder von Dieter in einem schönen Bart abgesetzt, der mich bis an die Basis bringt. Fliege nicht zu weit weg, was mich im nachhinein etwas geärgert hat, denn bei dem Tag wäre mehr drin gewesen. Trotzdem war es ein schöner Flug mit einer (endlich mal wieder) guten Landung.
Achim R:
Die zwei Tage am Wochenende waren so unterschiedlich wie sie nur sein konnten, obwohl sich der Wetterbericht für diese Tage kaum unterschied. Am Samstag kaum Blauthermin, niedrige Arbeitshöhe und am Sonntag sehr hohe Basis mit dauersteigen unter der Wolkenreihung. Bei 90 km Flugstrecke (mit Umwegen)im Geradeausflug hat mein GPS 2600m Höhengewinn gegenüber 5600m Höhenverlust aufgezeichnet. Leider ist dieser Tag für mich um einige Flugstunden zu früh (und zu kalt) gekommen. Bleibt zu hoffen, dass sich solche Bedingungen 2005 noch ein paar mal wiederholen. Glückwunsch an Robert zu seinem Flug. ;-)
Achim R. 1500
Babs 1700
Tschelzi 1000
Robert L. 1800
Heinz K. 1500
Achim R. 3200
Martin B. 1800
Martin H. 1000
Jürgen D. 2200
Babs 1600
Heinz K. 1500
Und hier Robertos Run-Report:
Hallo Dieter,

nach der langen Winterpause endlich mal gutes Flugwetter !!
Die Sinne müssen natürlich erst wieder etwas geschärft werden. Umso besser,
wenn man dann einen Schlepper hat, der einen nicht nur im Bart absetzt, sondern
auch noch zeigt wo´s wirklich gut hoch geht.... ;-)

An der Südkante der Alb stand dann eine Wolkenstraße, die einfach zu einladend
war, um es nicht zu probieren. Also ging´s los Richtung SW. Der Wind war schwach,
man dachte also an was "Geschlossenes".

Tschelzi war anfangs immer einen Bart hinter mir. Über Hayingen hatte ich einen kurzen
Hänger und sah ihn dann hoch über mir vorbeiziehen. Also nix wie hinterher.
Bei Ittenhausen dann wieder etwas den Faden verloren. Dummerweise ging dann auch der
Funk nicht mehr, weil Babs meinte sie müßte auf Dauersenden gehen. Das war dann recht
nett: am rechten Ohr hörte ich mein Vario piepsen, am linken Ohr über Funk das von
Babs. Also die Quetsche ausgedreht und wieder auf´s Fliegen konzentriert. Tschelzi
war mittlerweile natürlich weg.

Für mich war nun Zeit umzudrehen. Der nun folgende Streckenabschnitt
war recht beeindruckend. Erstens ging´s unter der Wolkenstraße wie die Hex und zweitens
war es so was von ARSCHKALT. Das Vario zeigte -1°C, gefühlte Temperatur -10°C !!
Ich glaube, ich habe noch nie so beim Fliegen gefroren. Und so richtig warm machen konnte
man sich auch nicht: nur 3 Kreise auf 30 km Flug ist nicht wirklich viel Arbeit...

Als wenn ich nicht genug gefroren hätte, habe ich dann doch noch einen Schenkel Richtung
Harry geflogen. Dort angekommen ging´s, wie so oft, über dem Steinbruch zuverlässig nach
oben. Ja, nach oben zurück in die Kälte !! So, jetzt wollte ich wirklich nicht mehr frieren und
wollte zurück nach Seissen. Das Compeo zeigte an, dass es in einem Rutsch reichen müsste.
Nun, dass wollte ich jetzt mal ausprobieren ! Etwas über 18 km nur geradeaus ist doch ein
netter Endanflug. Über Seissen dann noch ein paar Kreise zum Auftauen und die Erde hatte
mich wieder.

Dieter, vielen Dank für den guten Schlepp.
Nächstes Mal nehme ich eine Heizdecke mit ;-)