Donnerstag 10. Juno 2004 (Fronleichnam) Überraschung heute: Das Wetter
Der heutige Blick auf die Wetterprognose hatte einerseits etwas ungewisses,
war aber andererseits auch nicht soooo schlecht wie es dann kommen sollte.
(Wetter.com)
Stuttgart (EDDS)   Bericht vom 10.06.2004 - 07:00 Uhr (LT)

Gute Thermik zunehmend durch Überentwicklungen gestört
Wetterlage:    Mit einer westlichen Strömung gelangt labile und feuchtere Luft in unseren Raum.
Wolken und Niederschlag:
Spätvormittags bilden sich 2 bis 3 Achtel Quellwolken aus, deren Basis von 1500 auf über 2000 Meter ansteigt. Am Nachmittag und Abend muss auch mit stärkeren Gewittern, teils mit Hagel gerechnet werden.
Thermik:
Gut, aber am Nachmittag und Abend zunehmend durch Überentwicklung und sich zunehmend ausbreitenden mittelhohen Wolkenfeldern gestört.
Thermikbeginn:
gegen 11.00 Uhr bei 26 Grad Celsius
Thermikende:
Unterschiedlich, je nach Überentwicklungen und Aufzug von abschirmender Bewölkung, spätestens gegen 19 Uhr.
Tageshöchsttemperatur:
28 bis 32 Grad C
Wetterwirksame Sperrschichten:
Keine
Bodensicht:
30 km
Nullgradgrenze:
3400 Meter
Bodenwind:
Um Süd bis West mit 20 km/h
Höhenwinde:
14 Uhr:
1000 m 270 Grad 15 km/h 21 Grad C
1500 m 260 Grad 25 km/h 15 Grad C
2000 m 260 Grad 30 km/h 12 Grad C
3000 m 270 Grad 45 km/h 4 Grad C
Bemerkungen und Warnungen:
Örtlich starke Gewitter mit Hagel, dabei Böen um die 90 km/h
QNH:
um 07 Uhr in Stuttgart 1021 hPa, Tendenz leicht fallend.
Aussichten:
Kaltfront mit Schauern und Gewittern. Kaum nutzbare Thermik.
Hier sieht alles gar nicht so schlecht aus. Seissen-Ulm macht in dieser Beziehung keinen Unterschied. Wind 9 km/h war realistischer. Etwas negativer sieht es der Text von 'Wetter.com' (rechts)
Prognose ist eben das Eine - Wetter das Andere.
Kurzum, wir haben gleich um 12:00 angefangen, Achim an Wolke gehängt, da war schon ein Regenband sichtbar zwischen Schelklingen und Hütten. Michel war dabei sich startklar zu machen als es auch schon zu plätschern begann.
Der Umgang mit dem Wetter (von dem wir bei diesem Sport so abhängig sind), bzw. das Kennenlernen des selbigen, ist ebenso eine Faszination wie die Fliegerei selbst. Heute z.B. ist mir wie nie zuvor die extrem schnelle Veränderlichkeit aufgefallen. Bei diesen Bedingungen ist ein wachsames Auge erforderlich: Jetzt noch alles ok, können dich in ein paar Minuten Wasser und Böen vom Himmel spülen. Diese Sicherheit einzuhalten ist fast schon anstrengend, will man kein Risiko eingehen. Und Risiko kann schon zu spät sein.

Achim R. 2000
Der einzige Schlepp des Tages: Für Achim hat es gereicht. Wäre Michel ein paar Minuten früher fertig gewesen, dann hätte ich die Landung mit Umwegen eine Std. später gemacht.
Auch Achim war überrascht:

"Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Gewitter so schnell entwickeln."
Und zu seinem Flug.... "... gibt es nicht viel zu sagen. Das Steigen im Ausklinkbart war sehr schwach und später gestört. Die dicken Wolken in Richtung NO haben nicht gezogen. Vor dem Regenschauer konnte ich in 200m
Höhe mit einem Nuller bis Arnegg gleiten. Die Luft wurde aber zunehmend turbulenter, zwei Minuten nach der Landung setzte erst leichter dann sehr heftiger Regen ein. Dank Drachen und später Carport bin ich trocken geblieben."

Der "große Blaue" war der ideale Unterschlupf während des Wolkenbruchs. Nicht dass der Regen kühlung brachte, es war anschliessend mehr wie im Dampfbad.

Was passiert mit dem Trike das bei 55 Km/h fliegt, wenn es von einer Böe mit 90 Km/h angeblasen wird?
Weil ich das gar nicht wissen will, hab ich das Gerät an die Hecke geschoben, dort ist es am sichersten.
Die Böen sind zwar nicht gekommen, aber der Regen hat gute Arbeit geleistet und einiges an Material von Hecke und Baum heruntergeholt. Nun ist aber ein Flügel kein Autodach das den Kopf des Fahrers Schützt, sondern das wesentliche Teil das uns bei sauberer Luftströmung durch diese gleiten lässt. Also ist Putzen angesagt...
...mit dem Handtuch von Babs war dann die Reinigung des Flügels ohne herablassen kein Problem.

Dieser Tag war meteorologisch interessant, die Schnelligkeit der Änderungen erstaunlich, das Gefühl von Flugsport verknüpft mit einem Hauch Wassersport. Und trotzdem war noch Spass dabei!
Ganz nach dem Sprichwort: "Nach Regen kommt Sonne."
Sie kam tatsächlich immer wieder durch. Aber fliegen wollte keine(r) mehr.